Geschichte vor Ort: Das Geschichtsprofil auf den Spuren der NS-Zeit in Tornesch
Am Freitag, dem 18. September 2026, tauschte das Geschichtsprofil des 13. Jahrgangs die Lernlandschaften gegen einen Rundgang zur Regionalgeschichte. Die Historikerin Frau Schlapkohl führte uns durch Tornesch und erläuterte die Geschichte des Ortes während des Nationalsozialismus.

An verschiedenen Stationen wurde deutlich, wie eng die lokale Geschichte mit der nationalsozialistischen Verfolgung und Gewaltherrschaft verbunden ist. Gedenktafeln erinnern heute unter anderem an das Schicksal jüdischer Fabrikbesitzer, an eine Unterkunft für Zwangsarbeiter und an ein Kriegsgefangenenlager. Auch die Begräbnisstätte eines Säuglings, dessen Mutter Zwangsarbeiterin war und der kurz nach seiner Geburt starb, war Teil des Rundgangs.

Wir besuchten außerdem den Stolperstein, für Anna Billian, eine von der Gestapo verhaftete Frau, die die Flucht in den Tod im Gefängnis von Neumünster suchte. Eine weitere Station war der ehemalige Standort des Ferienhauses einer Frau mit jüdischem Ehemann. Ihr Haus war angezündet worden.

Der Rundgang machte die Geschichte des Nationalsozialismus vor Ort greifbar und rückte die Schicksale einzelner Menschen in den Mittelpunkt. Zugleich zeigte er, wie wichtig es ist, die Erinnerung an Verfolgung, Zwangsarbeit und Gewalt auch in unserer unmittelbaren Umgebung wachzuhalten.
Der Kurs widmet sich nun einer vertieften Recherche zur Geschichte Torneschs während des Nationalsozialismus. Hierfür werden die Bestände des Stadtarchivs ausgewertet und historische Quellen untersucht. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen am 27. Januar 2027, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, im Rahmen mehrerer Vorträge der Tornescher Öffentlichkeit präsentiert werden.
Wir danken Frau Schlapkohl für die eindrücklichen Einblicke in die Tornescher Geschichte.
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